© A.Hoge

Zum Auftanken

Gottesdienst zum Sonntag „Reminiszere“

Liebe Schwestern und Brüder, 
der Name des zweiten Sonntags in der Passionszeit, „Reminiszere“ (Gedenke) bezieht sich auf Psalm 26,6:
Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.“
Es liegen noch sechs Wochen bis Ostern vor uns, eine Zeit der Besinnung auf das Leiden Jesu und das Leiden in der Welt. Eine Zeit der Umkehr, in der wir Gott darum bitten, trotz aller Verschuldungen gnädig und barmherzig zu sein. 
Wie eine Zusage klingt da der Spruch, der uns über die kommende Woche begleiten möchte: „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,8)
Auch heute sind wir wegen der Corona-Pandemie nicht gemeinsam in der Kirche. 
Aber wir können uns wieder von zu Hause aus allein, zu zweit, in der Familie oder mit Nachbar*innen/Freund*innen an Gott wenden und über die biblischen Worte dieses Sonntags nachdenken. 
Wir wünschen Ihnen im häuslichen Kreis eine segensreiche und eine stärkende Passionszeit.

                               Gottesdienst für zuhause am Sonntag „Reminiszere“
                                       
Durch Geist und Herz miteinander verbunden 

                                                                    Kerze anzünden


                                Lied zum Hören oder Mitsingen: Meine Hoffnung und meine Freude...
                                             https://www.youtube.com/watch?v=HgcuMAOjCCo

Zur Eröffnung
Eine/r: Gottes Liebe sei mit uns. 
Alle: Jesus Christus leite uns.
Eine/r: Gottes Geist öffne mein Herz unsere Herzen.
Alle: Amen.

Gebet
Eine/r: 
Gott aller Menschen,
schon das Verlangen allein, deine Liebe zu empfangen,
entzündet auf dem Grund unserer Seele
mit der Zeit eine Flamme.
Sie kann manchmal flackern,
aber sie brennt immer.
Dir sei Ehre in Ewigkeit!
Amen

Psalmlesung
Die Psalmen sind die alten Gebete des Volkes Israel. Die evangelische Theologin Dorothee Sölle hat einmal über die Psalmen gesagt: „Ich esse sie, ich trinke sie, ich kaue auf ihnen herum, manchmal spucke ich sie aus und manchmal wiederhole ich einen mitten in der Nacht. Sie sind für mich Brot.“


Psalm 25,1-10 (im Wechsel gelesen):

Nach dir, Herr, verlangt mich.
Mein Gott, ich hoffe auf dich;
lass mich nicht zuschanden werden,
dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.
Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret;
aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter.
Herr, zeige mir deine Wege
und lehre mich deine Steige!
Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!
Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.
Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte,
die von Ewigkeit her gewesen sind.
Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend
und meiner Übertretungen,
gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit,
Herr, um deiner Güte willen!
Der Herr ist gut und gerecht;
darum weist er Sündern den Weg.
Er leitet die Elenden recht
und lehrt die Elenden seinen Weg.
Die Wege des Herrn sind lauter Güte und Treue
für alle, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten.
Um deines Namens willen, Herr, 
vergib mir meine Schuld, die da groß ist.“
Amen.

Eine/r:
Gott wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.“ 2. Mose 14,14
Lasst uns in der Stille vor Gott bedenken, was uns von ihm und voneinander trennt.

Stille

Gebet vor den Lesungen:
Eine/r:
Gott,
öffne unsere Herzen und unseren Sinn für dein Wort. Wir wollen hören, rede du. Was du uns sagen willst, das lass uns aufmerksam wahrnehmen. Gib uns ein festes Herz, das uns gewiss macht in der Hoffnung auf dich. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, unseren Herrn.
Amen

Eine/r liest aus dem 4. Buch Mose 21, 4-9
Auf ihrer Wanderung durch die Wüste werden die Kinder Israel müde. Wir können uns in der jetzigen Zeit der Pandemie gut in ihre Gefühlslage hinein versetzen. Da geschieht etwas Unerwartetes: 

Die Kinder Israel „brachen auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege und redete wider Gott und wider Mose: Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier, und uns ekelt vor dieser mageren Speise.
Da sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den Herrn und wider dich geredet haben. Bitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.“

Die Erzählung aus der Hebräischen Bibel wird im Evangelium nach Johannes wieder aufgenommen. Wir können uns das Evangelium des heutigen Sonntags mit der Methode: „Bibel Teilen“ gemeinsam erschliessen.

Eine/r liest das Evangelium nach Johannes, 3. Kapitel 14-21:
Jesus sprach zu Nikodemus, einem Lehrer Israels:
„Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er hat nicht geglaubt an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.
Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.“

Verweilen und Vertiefen
Der Text wird erneut langsam gelesen. Jeder und jede liest reihum einen Satz bzw. einen Sinnabschnitt mit besonderer Betonung an den Stellen, die ihm/ihr besonders naheliegen. In einer evtl. dritten Lesung gelingt es dann oft noch besser Gefühle wie Ablehnung, Zweifel, Angst, Freude... zum Klingen zu bringen.

Schweigen (ca. 3-5 Minuten)
Jeder und jede besinnt sich darauf, was der Text ihr/ihm sagen will. Sie lassen sich darauf ein, dass nicht alles unmittelbar einsichtig ist. Sie suchen nach Anknüpfungspunkten in ihrem Leben und besinnen sich darauf, was der Text Ihnen evtl. für den Alltag in der kommenden Woche nahelegt. 

Mitteilen
Wer mag, kann einander die eigenen Gedanken mitteilen. Wichtig ist, dass es in dieser Phase nicht um Diskussion geht, sondern darum, zu hören, was der Text bei dem / den Anderen ausgelöst hat. Die Äußerungen werden nicht kommentiert.

Austauschen
Wir suchen im Gespräch nach der Bedeutung des Textes. Meist ergibt sich aus der Mitteilungsphase ein Gespräch von allein. Man kann auch mit der Frage beginnen: Was bedeutet: »Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die
Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. «

Nach dem Austausch können Sie hier das Wochenlied mitsingen: 
Lied EG 96 zum Mitsingen: Du schöner Lebensbaum des Lebens...

Fürbitten
Alle: Barmherziger Gott, wir singen dir Lob. 
Eine/r: Wir singen dir – 
Allein und mit schwacher Stimme
aber wir sind nicht allein.
Wir sind getrennt von unseren Freundinnen und Freunden,
verzichten auf soziale Kontakte.
Alle: Aber wir singen nicht allein. Du bist bei uns.

Alle: Gott, wir rufen zu dir --
Eine/r: In Sorge um die Kranken -
aber sie sind nicht allein.
Wir rufen zu dir mit Sorge im Herzen, 
in Trauer um geliebte Menschen.
Alle: Aber wir rufen nicht allein. Du bist bei uns.

Alle: Gott, unsere Freude, wir hoffen auf dich.
Eine/r: Wir hoffen unter dem Schutz deiner Fittiche zu sein
und bitten um Schutz und Schirm für alle
die pflegen, forschen, retten.
Wir bitten um Frieden und Erlösung für die Leidenden
Alle: Aber wir hoffen nicht allein. Du bist bei uns.

Alle: Barmherziger Gott, wir singen, wir rufen, wir hoffen. 
Eine/r: Alleine und gemeinsam loben, beten, glauben wir.
Dir vertrauen wir uns an,
Alle: heute, morgen und jeden neuen Tag.
Amen.

Stilles Gebet
Eine/r: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.
(Gebetsstille)

Eine/r: Herr, du hörst unser Gebet, darum beten wir zu dir:
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Eine/r:
Der Ewige segne uns und behüte uns.
Die Ewige sei uns nahe
und schenke uns und der ganzen Schöpfung Frieden.
Amen. 


                                                                                Kerze ausblasen

Wir gehen in die neue Woche. Eine weitere Woche in der Fastenzeit. 

Die Kirchen in Deutschland bieten verschiedene Formen von Begleitung in der Passions- und Fastenzeit an. Eine Form davon ist das „Klimafasten“. Es lädt dazu ein, bewusst Verzicht zu üben, um frei zu werden für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen. Unsere Gemeinde beteiligt sich daran, denn:
Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
- tut Leib und Seele gut
: Spüren und erleben, was ich wirklich brauche was wichtig ist für ein gutes Leben im Einklang mit der Schöpfung.
- lässt Herz, Hand und Verstand anders und achtsamer mit der Schöpfung und den Mitgeschöpfen umgehen.
- weitet den Blick, bereitet auf Ostern vor, verändert mich und die Welt.
Der Klimawandel verursacht Leiden. Er gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Klimaschutz macht Verzicht erforderlich. Aber immer wieder ist es ein Gewinn, wenn es gelingt, alleine oder in der Gemeinschaft das Leben klimafreundlicher zu gestalten. 
In unserer Kirche, im Gemeindehaus und Pfarrbüro legen wir für Sie eine Broschüre aus, die praktische Alltagstips zum Ausprobieren gibt und Sie durch die gesamte Passionszeit begleitet.
Sie finden sie auch als Download auf der Homepage: https://www.klimafasten.de

Wir laden Sie ein, mitzumachen und wünschen eine segensreiche Fastenzeit! 

Gestaltung: Pastorin Daniela Koeppler 
Eingangsgebet: Frère Roger, Taizé aus: G. Schwikart (Hg.), Ein Gebet für jeden Tag, Freiburg 2005, 70.
Fürbitten frei nach VELKD.de

Herzensmelodie

Quelle: Angelika Litzkendorf
Angelika Litzkendorf

Gottesdienst zuhause am Sonntag Invokavit 21.02.2021

Liebe Schwestern und Brüder, 

heute ist der erste Sonntag in der Passionszeit, der Sonntag Invokavit. Lateinisch invocavit‎ bedeutet: „er rief an“, nach dem liturgischen Eröffnungsvers aus Psalm 91,15: Invocabit me, et ego exaudiam eum „Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören“. Näher am Original-Hebräischen heißt es: „Er ruft mich an und ich antworte ihm...“ (יִקְרָאֵנִי, וְאֶעֱנֵהוּ.)
Mit dieser Zusage, dass Gott hört und antwortet, wenn der Mensch sich an ihn wendet, gehen wir in die siebenwöchige Passionszeit. Sie ist eine Zeit der Umkehr, in der wir biblische Texte lesen, die uns zur Besinnung einladen. 
Heute, am 1. Sonntag in der Passionszeit sind wir wegen der Corona-Pandemie nicht gemeinsam in der Kirche, aber wir können trotzdem Gott anrufen und Gottesdienst feiern! Im Folgenden finden Sie eine Anleitung, wie Sie dies zu Hause ab zwei Personen in der Familie oder mit Nachbar*innen/Freund*innen tun können. 
Wir wünschen Ihnen im häuslichen Kreis einen gesegneten Sonntag!

                              Gottesdienst für zuhause am 1. Sonntag in der Passionszeit
                                           
Durch Geist und Herz miteinander verbunden
Eine Kerze anzünden
Lied zum Hören: Meine Zeit steht in deinen Händen...
https://www.youtube.com/watch?v=E49-Mox84S8

Zur Eröffnung
Eine/r: Gottes Liebe sei mit uns. 
Alle: Jesus Christus leite uns.
Eine/r: Gottes Geist öffne unsere Herzen.
Alle: Amen.
Gebet
Eine/r: 
Gott des Trostes, auch wenn wir nichts von deiner Nähe spüren, bist du da.
Deine Gegenwart ist unsichtbar, aber dein Heiliger Geist ist immer in uns.
Dir sei Ehre in Ewigkeit!
Amen

Psalmlesung
Die Psalmen sind die alten Gebete des Volkes Israel. Jesus selbst wird sie regelmäßig gebetet haben. Sie geben uns noch heute Worte, die uns beten helfen.

Wir sprechen den Psalm 91 in Auszügen im Wechsel: 

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, 
      der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg,
      mein Gott, auf den ich hoffe.
Denn er errettet dich vom Strick des Jägers
und von der verderblichen Pest.
      Er wird dich mit seinen Fittichen decken, 
     und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.
Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht,
       vor dem Pfeil, der des Tages fliegt,
       vor der Pest, die im Finstern schleicht,
vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt. (...)
Denn der Herr ist deine Zuversicht,
       der Höchste ist deine Zuflucht.
       Es wird dir kein Übel begegnen,
und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.
Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
      dass sie dich auf den Händen tragen
      und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“
Amen.
Eine/r:
Lasst uns in der Stille vor Gott bedenken, was uns von ihm und voneinander trennt.
Gott wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.“ 2. Mose 14,14

Stille

Gebet vor der Lesung des Evangeliums:
Eine/r:

Gott, öffne unsere Herzen und unseren Sinn für dein Wort. 
Wir wollen hören, rede du. Was du uns sagen willst, das lass uns aufmerksam wahrnehmen. Gib uns ein festes Herz, das uns gewiss macht in der Hoffnung auf dich. Das bitten wir durch Jesus Christus, einen Sohn Israels, unseren Herrn. Amen 


Das Evangelium nach Matthäus wird nach der Methode: „Bibel Teilen“ gemeinsam erschlossen.

Eine/r liest das Evangelium nach Matthäus, 4. Kapitel 1-11:
Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat herzu und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«
Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Ps 91,11-12): »Er wird seinen Engeln für dich Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.« Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«
Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.« Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel herzu und dienten ihm.“
a) Verweilen und Vertiefen
Der Text wird erneut langsam gelesen. Jeder und jede liest reihum einen Satz bzw. einen Sinnabschnitt mit besonderer Betonung an den Stellen, die ihm/ihr besonders naheliegen. In einer evtl. dritten Lesung gelingt es dann oft noch besser Gefühle wie Ablehnung, Zweifel, Angst, Freude... zum Klingen zu bringen.

b) Schweigen (ca. 3-5 Minuten)
Jeder und jede besinnt sich darauf, was der Text ihr/ihm sagen will. Sie lassen sich darauf ein, dass nicht alles unmittelbar einsichtig ist. Sie suchen nach Anknüpfungspunkten in ihrem Leben und besinnen sich darauf, was der Text Ihnen evtl. für den Alltag in der kommenden Woche nahelegt. 

c) Mitteilen
Wer mag, kann einander die eigenen Gedanken mitteilen. Wichtig ist, dass es in dieser Phase nicht um Diskussion geht, sondern darum, zu hören, was der Text bei dem / den Anderen ausgelöst hat. Die Äußerungen werden nicht kommentiert.

d) Austauschen
Wir suchen im Gespräch nach der Bedeutung des Textes. Meist ergibt sich aus der Mitteilungsphase ein Gespräch von allein. Man kann auch mit der Frage beginnen: Was bedeutet: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...? «


Nach dem Austausch kann das Wochenlied hier mit gesungen werden: 

Lied EG 347 zum Mitsingen: Ach bleib mit deiner Gnade...


Fürbitten
Alle: Barmherziger Gott, wir singen dir Lob. 
Eine/r: Wir singen dir – 
Allein und mit schwacher Stimme
aber wir sind nicht allein.
Wir sind getrennt von unseren Freundinnen und Freunden,
verzichten auf soziale Kontakte.
Alle: Aber wir singen nicht allein. Du bist bei uns.

Alle: Gott, wir rufen zu dir --
Eine/r: In Sorge um die Kranken -
aber sie sind nicht allein.
Wir rufen zu dir mit Sorge im Herzen, 
in Trauer um geliebte Menschen.
Alle: Aber wir rufen nicht allein. Du bist bei uns.

Alle: Gott, unsere Freude, wir hoffen auf dich.
Eine/r: Wir hoffen unter dem Schutz deiner Fittiche zu sein
und bitten um Schutz und Schirm für alle
die pflegen, forschen, retten.
Wir bitten um Frieden und Erlösung für die Leidenden
Alle: Aber wir hoffen nicht allein. Du bist bei uns.

Alle: Barmherziger Gott, wir singen, wir rufen, wir hoffen. 
Eine/r: Alleine und gemeinsam loben, beten, glauben wir.
Dir vertrauen wir uns an,
Alle: heute, morgen und jeden neuen Tag.
Amen.

Stilles Gebet
Eine/r: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.
(Gebetsstille)
Eine/r: Herr, du hörst unser Gebet, darum beten wir zu dir:

Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Eine/r:
Der Ewige segne uns und behüte uns.
Die Ewige sei uns nahe
und schenke uns und der ganzen Schöpfung Frieden.
Amen.

Kerze ausblasen

Gestaltung: Pastorin Dr. Daniela Koeppler 
Eingangsgebet: Frère Roger, Taizé aus: G. Schwikart (Hg.), Ein Gebet für jeden Tag, Freiburg 2005, 26.
Fürbitten frei nach VELKD.de

Audiogottesdienst der Aposteljugend vom 07.02.2021

Liebe Gemeinde, liebe Gäste, alternativ zum Gottesdienst in der Kirche bieten wir Ihnen heute einen Audiogottesdienst an. Diesen finden Sie unter den Links am Ende dieses Beitrags. Bleiben Sie gesund und behütet! Die Aposteljugend würde sich über eine Rückmeldung an aposteljugend@web.de freuen! Links zu Liedern: Morning has broken: https://www.youtube.com/watch?v=3Rifby1tVE8 Meine Hoffnung und meine Freude: https://www.youtube.com/watch?v=6ISpa5Kdeic Sei behütet: https://www.youtube.com/watch?v=LTVKuu2tUAc Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt: https://www.youtube.com/watch?v=HGLJWiSa1zA Nie stärker als jetzt - Max Giesinger: https://www.youtube.com/watch?v=YOHIGdZ7jR4 Spotify Playlist: https://open.spotify.com/playlist/6zkrsrcvOdHEcla7UHpX1b?si=Sk8zIva5RdSsEEn6UZby8g Musik in den Zwischensequenzen: www.audiyou.de Urheber: Alexander Terhorst

Predigt über Mt 10, 26-31 anlässlich des Gedenkens der NS-Opfer am 27.01.2021 „Fürchtet euch nicht...!“

Liebe Gemeinde, 
es gibt das hartnäckige Gerücht, dass der Satz, „Fürchte dich nicht bzw. fürchtet euch nicht!“ ganze 365 mal in der Bibel steht – für jeden Tag des Jahres einmal. Drei von diesen 365 Malen befinden sich allein in unserem Evangelium von heute: Jesus Christus spricht zu seinen Jüngern: „Fürchtet euch nicht vor denen, die euch wegen eures Glaubens oder eurer Überzeugungen wegen verfolgen...“
„Fürchtet euch nicht vor denen die euren Leib töten wollen, denn die Seele können sie nicht töten...“ „Fürchtet euch nicht, denn ihr seid für euren Vater im Himmel unendlich kostbar – selbst jedes Haar auf eurem Haupte ist von ihm gezählt. (...) Ihr seid kostbarer als viele Spatzen.“ 
Darum: „Fürchtet euch nicht!“ Eine mutmachende Rede...! 
Nur ist das mit dem „Sich nicht Fürchten“ gar nicht so einfach. 
Ist die Angst doch eine menschliche Grundbefindlichkeit. Von Kindheit an kennen wir sie. Sie ist uns ein ständiger Begleiter, auch wenn uns das oft gar nicht bewusst ist. 
Jetzt, in der Pandemiezeit rückt einem die Furcht ja schon bei täglichen Begegnungen mit der Frage auf den Pelz: kann der / die andere da mich anstecken, bin ich richtig geschützt vor einer Ansteckung usw. Aber vorweg: es geht im Evangelium nicht darum, Furcht oder Angst komplett abzuschaffen. Denn sie gehört zum Menschsein dazu und hat auch eine berechtigte Schutzfunktion. 
In der Rede Jesu geht es vielmehr um die Furcht vor anderen Menschen. 
Wenn Menschen nicht miteinander reden, sondern schlecht über- und gegeneinander. Wenn Menschen jene, die anders aussehen, denken und glauben, nicht dulden wollen. 
Besonders Andersdenkende – daran hat sich bis heute nichts geändert – werden schnell zu Gegnern, ja Feinden gestempelt. 
Zur Zeit Jesu und der frühen Christenheit war das nicht anders. Es gab scharfe Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Jesu und denen, die ihn ablehnten sowie zwischen Juden und Römern. Unter Diktatoren wie Herodes, der Johannes den Täufer ermorden ließ, oder dem berüchtigten römischen Kaiser Nero litten Juden wie die Anhänger Jesu Benachteiligungen, Schikanen, Inhaftierungen, Folter und Mord. Natürlich verbreitete sich so ein Klima der Angst. Viele duckten sich unter dieser Furcht und richteten sich schweigend ein.
Doch Jesus spricht seinen Jüngern Trost zu. Er macht ihnen Mut, sich nicht zu ducken, den Kopf zu heben und das Evangelium vom Reich Gottes trotz aller Widerstände in die Welt zu tragen. Er weiß, dass auch sie schwache, ängstliche Menschen sind. 
Im Verlauf der Passionsgeschichte wird das noch sehr deutlich werden. Aber damit sie sich vor den Herrschern und Gewaltigen, auch vor Nachstellungen ihrer Gegner nicht fürchten, sondern einen freien Mut behalten, ruft er ihnen zu „Fürchtet euch nicht!“. Und das gleich drei Mal. Jesus will seinen Jüngern für ihren Einsatz den Rücken stärken. Er tut das, indem er auf Gott, als fürsorglichen Vater hinweist. Und sagt: Gott hat euch bei eurem Einsatz fest im Blick. 
Doch das Evangelium hat es schwer. Im Lauf der Weltgeschichte haben es Gewaltherrscher und Unrechtssysteme immer wieder geschafft, Menschen durch Angst zu korrumpieren. Zum Glück gab und gibt es zwar immer wieder auch Versuche, die Angst zu überwinden, gegen Unrecht und Gewalt aufzustehen. Wir erleben Demonstrierende heute in Hongkong, in Weißrussland, in Moskau – oder bei uns die Fridays for future-Bewegung. 
Diese Menschen trauen sich, sie erheben sich. Sie lassen sich nicht mehr alles gefallen. Sie wehren sich gegen Unrecht, Unterdrückung und gegen die Angst – auch ohne Evangelium. Das ist ermutigend und beispielhaft für andere. Es sind Zeichen der Hoffnung. Es gibt die guten Kräfte in uns Menschen. Aber selbst viele erfreuliche Siege sind kein wirklicher Durchbruch. Die grundlegende Bedrohung der Menschheit durch die Angst bleibt. Siegreiche Revolutionen – auch das lehrt die Geschichte – können sehr schnell wieder in Repressionen umschlagen, auf die manchmal sogar noch bedrückendere Systeme folgen. 
In der kommenden Woche begehen wir einen besonderen Gedenktag. Am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz 1945, wird bundesweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die christlichen Kirchen beteiligen sich an diesem Gedenken. Vor 76 Jahren brach in diesem Land ein System zusammen, das auf Angst aufgebaut war. Es brachte ganz normale Menschen dazu, andere ganz normale Menschen zu benachteiligen, zu verraten, zu schikanieren, zu inhaftieren, ja, zu foltern und schließlich zu ermorden. Nur weil sie anders dachten, glaubten, körperlich und geistig beeinträchtigt oder einfach weil sie Juden waren. Es verbreitete ein Klima der Angst, in dem sich viele Menschen schweigend einrichteten. Eine zentrale Gedenkveranstaltung findet dieses Jahr am Mahnmal Augustaschacht in Hasbergen-Ohrbeck statt. Die 2020 neu gestaltete Gedenkstätte Augustaschacht, nicht weit von hier entfernt, erinnert an schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Zeit des Nationalsozialismus im Osnabrücker Land. Das Andenken dort gilt all jenen, die in den Konzentrationslagern und Euthanasieanstalten – auch im Osnabrücker Land – gequält und getötet wurden. Zum einen möchte das Erinnern ihnen ihre geraubte Menschenwürde zurückgeben. 
Zum andern dient das Erinnern der Besinnung auf das „Fürchtet euch nicht“ unseres Evangeliums. Wo, warum und wann fürchte ich mich – so fragt Jesus jede/n einzelne/n von uns – deutlich gegen jegliche Form von Menschenfeindlichkeit heute – sei es Rassismus, Fremdenhass und Antisemitismus, zu protestieren? 
Beim Erinnern am 27. Januar erinnert uns das Evangelium an unsere je eigene persönliche Verantwortung von Mensch zu Mensch. 
Doch einen Durchbruch zur vollständigen Verantwortung füreinander kann und wird es wohl erst geben, wenn der Angst das Fundament entzogen ist. Wenn es dem Menschen gelingt, seine tiefe Angst vor Benachteiligung, persönlichem Verlust und letzten Endes vor dem Tod zu überwinden und zu entmachten. Jesus weiss: Der tiefste Grund aller Angst ist der Tod. Um nicht sterben zu müssen, um nicht getötet zu werden, versucht der Mensch unter Einsatz verschiedener Mittel zu leben und zu überleben. Nicht selten versucht er es um jeden Preis. Er wird so zum Unterstützer, nicht selten auch zum Nutznießer der ihn bedrohenden Systeme. Indem Jesus den Tod auf sich genommen und durch Vertrauen in seinen und unser aller Vater im Himmel überwunden hat, ist er unser Leitstern. Seit den ersten Christen sind es viele, die sich auf Gott verlassen haben, die Jesu Weg gegangen sind. Sie haben mit dem Evangelium die Welt verändert. Durch ihr Lebenszeugnis haben sie gezeigt haben, dass die Angst vor dem Tod, dass der Kern aller Angst, im Glauben überwindbar ist. An einen dieser Christen erinnert in Holzhausen die „Von-Galen-Straße“. Der Münsteraner Bischof Clemens August von Galen hat scharf gegen Verbrechen der Nazis gepredigt. „Hast du, habe ich nur so lange das Recht zu leben, solange wir produktiv sind, solange wir von den anderen als produktiv anerkannt werden?“ Wegen seines öffentlichen Protests fürchteten die Machthaber weiteren kirchlichen Widerstand, so dass die Ermordung von Psychiatriepatienten und Behinderten in sogenannten Tötungsanstalten in den Jahren 1940/1941 eingestellt worden sind. 
Mich bewegt die Frage: Was macht Menschen furchtlos? Zunächst sind es wohl eigene Erfahrungen. Wer es gelernt hat, ohne Angst reden zu dürfen, ohne irgendeinen Druck, sondern das befreiende Gefühl spüren darf: Was ich sage, wird nicht moralisiert, sondern in Liebe verstanden. Wer auch das Dunkelste in der Seele in Liebe anschauen und ohne Scheu besprechen kann, merkt, wie wohltuend das ist. Wer das kann, der ist stärker als jemand, der verurteilt und verdammt. Sei dir selber gut, nimm dich und dein Leben wirklich ernst, behandle dich nicht selber unter Preis, denn Gott Vater bist du unendlich viel Wert! Du lebst nur einmal. Entscheidend ist die Spur von Liebe und deine gelebte Menschlichkeit, die du in die Welt bringst. 

Wer Menschen, egal welcher Herkunft, welchen Glaubens, Gutes sagt und für sie Gutes tut, der verehrt Gott dadurch und bringt Segen in die Welt. So kann man Furcht vor Anderen abbauen. Denn oft hat man Furcht vor dem, was man nicht kennt. Bei sich selbst und mehr noch bei Anderen. Unsere Gemeinde beteiligt sich darum an der Aktion „jüdisch beziehungsweise christlich“. Wir hängen jeden Monat ein neues Plakat in unseren Schaukasten, auf dem jeweils ein jüdisches und ein christliches Fest kurz und knapp erläutert wird. Es gilt, das Judentum und die engen Beziehungen zwischen Juden und Christen besser kennen zu lernen. Auf unserer Homepage, im Gemeindebrief und durch online-Veranstaltungen (wegen der Pandemie) werden wie sie im Laufe dieses Jahres näher erläutern. Wir laden Sie ein: Machen Sie mit! Und noch einmal: 365 Mal, für jeden Tag des Jahres: „Fürchtet euch nicht“, denn ihr seid kostbarer als viele Spatzen!“ 
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen in Christus Jesus. Amen. 
Ihre Pastorin Dr. Daniela Koeppler

Audiokrippenspiel Weihnachten 2020

Liebe Gemeinde, liebe Gäste, Weihnachten 2020 - ein besonderes Fest, anders als gewohnt. Da wir dieses Jahr leider kein Krippenspiel in der vollen Kirche aufführen können, haben wir uns von der Aposteljugend eine Alternative überlegt. Wir haben in kurzer Zeit zusammen mit verschiedenen Gemeindemitgliedern ein Hörspiel aufgenommen. Seid gespannt! Wir wünschen euch ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021! Bleibt gesund und behütet. Eure Aposteljugend Link mit Bitte zur Spende für United4Rescue: https://www.united4rescue.com Mitwirkende: Fentke Lüeße Felix Roch Fenja Adomeit Lilly Theis Maximilian Theis Mariam Benhaqi Jette Stanik Lina Stanik Tobias Lenzen Aurelius Krätzig Carl-Philipp Herter Marc-Benedict Herter Victoria Wiegand Uli Wiegand Jaron Hoge Alea Hoge Zoe Hoge und Daniela Koeppler Krippenspiel: Reportage aus Betlehem von Mareike Kreitz https://www.krippenspiele.eu/reportage-aus-bethlehem-von-mareike-kreitz/ Quellen der Sounds und Musik: www.audiyou.de Urheber: Martysonic FM-U18 - Das Schülerradio des BRG18 redaktion audiyou Kari Ohrwald MUSIC by Mansardian (freesound.org) (Nachrichtensound) Weihnachtslieder: Matthesmusic Special Christmas Songs, Vol. 1-4 Ronny Matthes, Sabine Murza, Linda Heins, Torsten Schäpan

„Strahlen brechen viele aus einem Licht...“